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Worte zum Sonntag 24. Mai

Auch an diesem Wochenende von Christi Himmelfahrt möchten wir Euch/Sie weiterhin zum „getrennt-gemeinsamen“ Gebet und zur Bibelbetrachtung einladen. Mit dem dazu erscheinenden Wort zum Sonntag wollen wir unseren Zusammenhalt im Gebet vertiefen, wenn wir gemeinsam, egal an welchem Ort, im Geiste Gottes versammelt sind.

Dazu folgende Gedanken von Pfarrer Winfried Breidenbach:


Liebe Mitchristinnen und Mitchristen aus Hl. Ewalde und St. Hedwig,

wenn wir uns mit der Heiligen Schrift befassen und nach Deutungen suchen, dann geschieht das immer im Kontext des zeitgeschichtlichen Hintergrunds. Der wird geprägt von ganz unterschiedlichen Wertsystemen, von zeittypischen Fragestellungen und unterschiedlichen Mentalitäten der Menschen.

Durch diese Unterschiede im Zeitgeist ergeben sich auch immer wieder neue Perspektiven bei der Auslegung der Schrift. So werden wir heutzutage die kurze Stelle aus der Apostelgeschichte, die am Wochenende die 2. Lesung ist, auch im Kontext der aktuellen Debatte um größere Anteile der Frauen in Kirche und Glaube lesen.

Da hinterlässt diese Stelle sicher zwiespältige Gefühle. Da ist zunächst nur von den Aposteln die Rede, und die werden dann auch ausführlich mit Namen genannt. Alle verharrten einmütig im Gebet – und dann wird endlich, mehr am Rande erwähnt, dass dies „zusammen mit den Frauen“ geschah.

Der Evangelist Lukas, Verfasser auch der Apostelgeschichte, nennt dann wenigstens eine der Frauen mit Namen: Maria, die Mutter Jesu. Man fragt sich schon: Hatten denn die anderen Frauen keine Namen?

An anderer und ganz wichtiger Stelle nämlich spielen Frauen die entscheidende Rolle. Frauen sind die ersten Zeuginnen der Auferstehung Christi, und dort werden sie auch namentlich genannt:

  • Maria von Magdala,

  • Johanna und Maria,

  • die Mutter des Jakobus (Lk 24,10).

Wenn diese Frauen erste Zeuginnen der Auferstehung waren, dann darf man wohl davon ausgehen, dass sie eine wichtige Rolle spielten in dieser allerersten Versammlung der an Christus Glaubenden. War es dem Verfasser der Apostelgeschichte vielleicht doch ein bisschen zu revolutionär und einfach zu gewagt, die Frauen hier wirklich auf Augenhöhe mit den Männern zu nennen? Oder anders gefragt: War die Zeit damals reif, um eine solche völlige Aufhebung aller Rangunterschiede zu verstehen und zu akzeptieren?

Nun müssen wir wissen, dass uns die Bibel nirgendwo fertige Rezepte anbieten will. Das Wort Gottes ist immer einem Samenkorn zu vergleichen, das erst einmal aufkeimen und sich dann entfalten muss. Und da wird hier eben doch etwas Entscheidendes grundgelegt. Der Bereich des Religiösen war, nicht zuletzt auch im Judentum, eine ausgesprochene Männerdomäne.

Wenn nun Frauen hier im inners-ten Zirkel der neu entstehenden christlichen Glaubensgemeinschaft dabei sind, dann zeigt das ganz klar, wohin die Entwicklung weitergehen soll: Weg von der männerdominierten Religionsgemeinschaft hin zu einer, in der Frauen und Männer geschwisterlich zusammen beten und wirken und den Glauben miteinander teilen.

Das änderte sich im Lauf der Jahrhunderte, und aus der kleinen und verfolgten Christengemeinde wurde eine Volkskirche und manchmal leider auch eine Staatskirche. Damit verbunden war natürlich auch eine stärkere Anpassung an das, was im Volk und im Staat damals üblich war. Der ursprüngliche Impuls einer nicht mehr von Männern beherrschten, sondern wirklich geschwisterlichen Kirche wurde dadurch überdeckt.

Aber ein Samenkorn, gesät in Form des Wortes Gottes, kann nicht untergehen. Im Mittelalter waren es starke Äbtissinnen, Mystikerin-nen und Kirchenlehrerinnen, die den weiblichen Aspekt des Christentums am Leben hielten. Es wundert nicht, dass in einer Zeit, in der die Kirche ihre äußerliche Macht verloren hat, dieser Impuls neu aufbricht.

Ist das Samenkorn dabei, sich in ungeahnter Weise zu entfalten und aufzublühen? Dass es in diesem Prozess, der doch eigentlich eine Rückbesinnung auf ganz wesentlich Christliches ist, dass es dabei zu Meinungsverschiedenheiten, Konflikten und Turbulenzen kommt, das ist natürlich unvermeidlich und letztlich hilfreich.

Der Heilige Geist ist bekanntlich kein laues Lüftchen. Und wir glauben doch, dass er wirksam ist in all den Debatten um Strukturreformen, um ein neues Verständnis von Diensten und Ämtern und um ein weiblicheres Antlitz der Kirche und des Glaubens.

Es gibt dabei eine Vorreiterin, diejenige, die Lukas in dieser Stelle aus der Apostelgeschichte als einzige beim Namen nennt: Maria, die Mutter Jesu. Sie war eine starke Frau, die sich ganz dem Wirken Gottes öffnete. Sie blieb ihrem Sohn treu, als fast alle davongelaufen waren. Sie war in der Gemeinschaft der ersten Glaubenden. Kein Wunder, dass Lukas wenigstens sie mit Namen nennt. Sie blieb auch Vorreiterin in all den Jahrhunderten der Kirchengeschichte, in der die christliche Religion doch wieder zu einer Männerdomäne zu werden drohte.

Maria hatte immer einen Namen im Glauben und in der Kirche. Es ist gut, wenn sie in unserer Zeit gewissermaßen nicht mehr alleine bleibt und für viele zum Symbol weiblicher Glaubensstärke und auch einer stärker von Frauen geprägten Kirche wird. Die Perikope aus der Apostelgeschichte, die wir am Wochenende hören, spielt zu einem Zeitpunkt unmittelbar nach der Himmelfahrt Jesu. Schon möglich, dass die Jünger und Jüngerinnen mit einer gewissen Enttäuschung zu kämpfen hatten. Hätte Jesus nicht bei ihnen bleiben können, um ihnen immer zu sagen, wo es langgeht?

Aber in dieser Situation tun sie das einzig Richtige: sie versammeln sich zum Gebet. Bald erfahren sie, dass sie nicht alleine sind. Gottes Geist wird ihnen gesandt, der ihnen beistehen soll. In gewisser Weise sind wir in einer ähnlichen Situation. In einer Zeit großer Umbrüche in Glaube und Kirche suchen wir nach Rat und Beistand.

Das Beste, was zu tun ist: dass alle sich versammeln und in Gebet und Beratung nach neuen weiterführenden Wegen suchen. Das betrifft natürlich nicht zuletzt eine Neustrukturierung von Diensten und Ämtern in der Kirche und natürlich auch eine weitergehende Beteiligung der Frauen daran. Wie auch immer das aussehen wird, eines ist sicher:

Die Kirche wird dann und nur dann Zukunft haben, wenn Frauen und Männer zusammen Verantwortung tragen und den christlichen Glauben und das christliche Leben gestalten.
 


Lesen Sie jetzt die biblischen Texte, Apostelgeschichte 1,12-14, in innerlicher Verbundenheit zu unseren Gemeinden und schließen mit dem Vater Unser.
 

 

Hier noch ein paar Informationen:

  • Ökumenischer Gottesdienst am Pfingstmontag,
    11:00 Uhr, im Autokino Wuppertal *GOTT VERBINDET.*

    Die „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und Gemeinden in Wuppertal“ (ACKuG) mit Unterstützung des Katholischen Stadtdekanats und des Evangelischen Kirchenkreises lädt ein zu einem *Ökumenischen Pfingstgottesdienst am Pfingstmontag, den 1. Juni 2020, von 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr (Einlass ab 9:30 Uhr) im Autokino auf dem Carnaper Platz, Wuppertal-Barmen.
    https://www.ackug-wuppertal.de/aktuelle-meldungen-leser-1752/gottesdienst-zu-coronazeiten.html
     

  • Fronleichnam: Es ist ein Open Air Gottesdienst auf dem Hofe des Pfarrgartens von Hl. Ewalde angedacht, der aber genauso geplant und organisiert werden muss wie die in den Kirchen stattfindenden Gottesdienste. Nähere Informationen folgen ..
     

  • Bis auf Weiteres ist die Kirche täglich von 9.00 – 19.30 Uhr geöffnet.
     

  • Bis mind. zum 27. Juni läuten weiterhin jeden Abend um 19.30 Uhr in vielen Kirchen die Glocken. Viele stellen eine Kerze ins Fenster. Wir beten für alle Gefährdeten und Erkrankten.
     

  • Seelsorge-Telefon für Angehörige von Corona-Erkrankten:
    0202/43 04 57 15 oder die SeelsorgerInnen unserer Gemeinden.
     

  • Gerne bringen wir die Krankenkommunion vorbei. Bitte melden Sie sich bei Markus Boos.
     

  • Gottesdienste in Funk / Fernsehen / Internet: www.domradio.de überträgt täglich um 8.00 Uhr und 18.30 Uhr die Messe aus dem Kölner Dom. An Sonntagen wird um 10.00 Uhr übertragen. Unter http://www.kath-wuppertal.de wird weiterhin jeden Sonntag ab 8.00 Uhr eine Eucharistiefeier aus dem Wuppertaler Stadtgebiet ausgestrahlt. Das komplette Programm zu den Übertragungen finden Sie auf https://www.erzbistum-koeln.de/presse_und_medien/ magazin/Live-Uebertragungen-der-Hl.-Messe-an-Sonntagen-und-Werktagen/

Sollten Sie interesse haben, das Wort zum Sonntag per E-Mail zu erhalten, dann melden Sie sich bitte formlos per E-Mail prboos(a)hedwig-st.de. Selbst verständlich gelten unsere Datenschutzregeln.

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Stand: 22.05.2020