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Worte zum Sonntag 18.04.2021, Lk 24, 35-48

Auch weiterhin möchten wir Euch/Sie weiterhin zum „getrennt-gemeinsamen“ Gebet und zur Bibelbetrachtung einladen. Mit dem Wort zum Sonntag wollen wir unseren Zusammenhalt im Gebet vertiefen, wenn wir gemeinsam, egal an welchem Ort, im Geiste Gottes versammelt sind.

Liebe Menschen in unseren Gemeinden!

Wie kann von einem Ereignis erzählt werden, dass zutiefst trifft … bestürzt … berührt … alles ändert … ganz und gar ergreift?

Als mein Mann Wilfred und ich eine Familie wurden, war das solch ein Ereignis. Ärzte hatten uns unsere Kinderlosigkeit schwarz auf weiß bescheinigt, die Medizin war an ihr Ende gekommen. Das Jugendamt hatte unsere Bewerbung, Adoptiveltern zu werden, nach vielen Terminen anerkannt und uns auf lange Wartezeiten eingestimmt. Eine Atmosphäre der Traurigkeit und Ohnmacht hielt uns umfangen, bis an einem Morgen im Dezember 1983 um 6.57 Uhr ein Anruf kam. Unsere Tochter war geboren, von einer uns unbekannten jungen Frau, die uns ein unfassbares Lebensgeschenk machte. Fünf Tage später waren wir Eltern eines neugeborenen Mädchens. Der Augenblick, den wir beim Empfang unserer Tochter erlebten, unbeschreiblich. Bis heute suchen wir wieder und wieder nach Worten, das Ereignis von damals als ein Geschenk des Himmels zu erzähle.

Genauso geht es wohl auch Liebenden, die über ihre Zugewandtheit manchmal nur die Sprache von Gedichten oder Liedern finden.

Oder:

So geht es vielleicht Menschen mit brennenden Herzen, die sich ganz und gar zum Wohle anderer oder der Schöpfung einsetzen und auch durch Niederlagen hindurch nicht aufgeben. Sie ringen um Argumente, setzen sich Unverständnis oder sogar Beleidigungen aus und versuchen schließlich, dass in Aufrufen und Hinweisen auf Plakaten, im Internet, in den Zeitungen oder auf Demonstrationen ihr Anliegen auf offene Ohren trifft.

Oder:

Es gibt die Nachricht, die uns mit einer schwerwiegenden Erkrankung konfrontiert. Es gibt Krisen und furchtbare Schicksalsschläge. Es gibt schreckliche menschliche Gewalt, Verlust, Schuld. Menschen fallen ins Bodenlose, durchschreiten dunkle Täler voller Verzweiflung, sind wie im freien Fall, unfähig irgendwie Halt zu finden. Unmöglich das Ausmaß des Erlebten in Worte zu fassen außer in Klagen, Metaphern oder hoffnungslosen Phantasien.

Es gibt Ereignisse, da fehlen den Betroffenen zuerst die Worte, um das Erlebte wirklich zu beschreiben. Mit Begriffen wie „Grenzerfahrung" oder „Wendepunkt" wird man dem Erlebten kaum gerecht. Erst später, wenn alles irgendwie fassbarer wird, kann es vielleicht in Bildern, in Vergleichen, in Gedichten, aber auch in (Weh-)Klagen, Metaphern oder Resignationsworten ausgesprochen werden.

Mit den österlichen Erscheinungserzählungen fühle ich mich Jahr für Jahr hineingenommen in ein solches, unfassbares, unbeschreibliches Grenzgeschehen. Jesus starb am Kreuz. Und dennoch: er lebt. Biblische Erzählungen versuchen mit seltsamen Paradoxien jene Gewissheit zu beschreiben, von denen Jüngerinnen und Jünger Jesu Zeugnis ablegen: Jesus starb. Aber er lebt, er ist wahrhaft auferstanden.

Da hören wir von Frauen, die zum Grab gehen. „Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten?" das ist die Frage. Es folgen eine Begegnung und ein Auftrag (ein Drang!), nicht vom toten sondern vom lebendigen Jesus zu erzählen.

Wie Maria aus Magdala so erkennen auch die Emmausjünger ihren Freund nicht. Erst ein Wort der Liebe oder eine gemeinsame Wegstrecke mit Erklärungen aus der Heiligen Schrift und Brotbrechung öffnen die Augen: er ist bei ihr, bei ihnen.

Maria von Magdala darf ihn nicht berühren, während Thomas und die anderen zum Anfassen der Wunden an Händen und Füßen aufgefordert werden, als müsse alles Hand und Fuß bekommen.

Mit dem Auferstandenen ist alles anders als vorher. Er kommt und geht, wann er es will, nichts kann ihn aufhalten. Friede geht von ihm aus, obwohl es Erschrecken gibt. Er ist kein Gespenst und auch kein seltsames Geistwesen, denn er hat Haut und Knochen und alte Wunden. Vor den Augen aller verspeist er gebratenen Fisch. Er ist also spürbar mitten unter ihnen da.

Alle Evangelien erzählen den grausamen Tod Jesu und die Verstörung der Jünger und Jüngerinnen, ihre Angst und unbeschreibliche Trauer über den Verlust ihres Freundes und Lehrers. Und dennoch, als Jünger und Jüngerinnen sind sie zugleich Zeugen und Zeuginnen einer unbeschreiblichen Erfahrung: Sie reden von „Auferweckung". Jesus lebt. In ihrer Gemeinschaft, beim Sprechen über ihn, beim Brotbrechen, beim Handeln aus Mitgefühl ist er mitten unter ihnen da. Keine Gewalt seiner Gegner, keine hinterhältige Verurteilung, kein Tod am Kreuz konnte diese Erfahrung von Nähe verhindern: Jesus lebt.

In allen österlichen Erscheinungserzählungen lesen wir, dass der Auferstandene selbst die Initiative ergreift.

Er ist es, der sich aufdrängt und so als lebendig erkannt wird: in der Liebe, im Mitgehen in schweren Zeiten, im Auslegen der Schrift, im Brotbrechen und Teilen von Brot und Wein, im Friedensgruß, im Zeugnis darüber, dass der Tod keine Macht hat über die Liebe Gottes, die bis heute und immer ins Leben ruft.

Vielleicht verstanden die Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu erst nach seinem Tod wirklich, dass Jesu Art, von Gott zu sprechen, und seine ganze Menschenfreundlichkeit und Güte schon zu seinen Lebzeiten neu ins Leben rief. Diesem Wesenszug, angetrieben von der Liebe Gottes zu reden und zu handeln, konnte kein Tod etwas anhaben. So begannen sie zunächst in ihrer Gemeinschaft und dann öffentlich, von Jesus zu erzählen, den „Ich bin da" Jesu zu verkünden und spürten sich mitten hineingenommen in die Kraft Gottes, die lebendig macht, in der der Tod niemals das letzte Wort hat.

Ich ahne: Von ihm, dem lebendig machenden Jesus, der immer aus Gottes Geist handelte, im Reden und Handeln Zeugnis abzulegen, ruft bis heute ins Leben.

Ich wünsche uns einen frohen Sonntag,

Cordula Krause

 

Hier noch ein paar Informationen:

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